Initiierender Club: RC Braunschweig Oker
Distrikt: 1800
Titel des Berufsdienstprojekts: Matchpoint – Mit einem Ass ins Leben starten – Mentoring-Programm für Jugendliche einer stationären Jugendhilfeeinrichtung mit dem Rotary Club Braunschweig Oker.
Projektstatus: Unser Projekt läuft/ist gelaufen
Zielgruppe: Wer ist Adressat des Projekts?:
Mit dem Projekt „Matchpoint“ bietet sich der RC Braunschweig Oker Jugendlichen als Wegbegleiter an. Adressaten sind junge Menschen, die in einer Wohngruppe der INN-tegrativ gGmbH in Goslar leben und sich ohne ein intaktes familiäres Umfeld zurechtfinden müssen. Überdies haben sie teilweise Negativerfahrungen in ihrer schulischen Laufbahn gemacht. Dadurch ist ihre Ausbildungsmotivation getrübt und ihre Ausbildungsperspektive unklar.
Das Projekt zielt zunächst auf die Entwicklung persönlicher Kontakte zwischen den Jugendlichen und Rotarierinnen und Rotariern. So können die jungen Menschen in ihrer Persönlichkeit stabilisert und zu Lern- und Lebensperspektiven motiviert werden.
Wir nennen das Projekt „Matchpoint“, weil den Jugendliche spielerische und sportliche Aktivitäten vertraut sind und die lustvolle Freude daran, „einen Punkt“ zu machen.
Wir knüpfen also die Erfahrung von Begeisterung und Leistungsbereitschaft an. Das ist die Basis, um die jungen Menschen zu eigenverantwortlichem und selbstbestimmtem Handeln zu ermutigen und dies schrittweise zu fördern. In der Folge können die Jugendlichen in der ihnen vorschwebenden Ausbildungsperspektive unterstützt oder alternative Wege gemeinsame entwickelt werden.
Bedürfnis: Vor welcher Herausforderung steht die Zielgruppe?:
Die Jugendlichen, denen wir in unserem Projekt begegnen, haben in beruflicher und gesellschaftlicher Perspektive Mühe „ins Spiel“ zu kommen, ihre Startvoraussetzungen sind eher schlechter als die von Gleichaltrigen. Wenn sie bei ihrer beruflichen Orientierung offenlegen, dass sie in einer Jugendhilfeeinrichtung leben, schlägt ihnen oft Skepsis entgegenen; unausgesprochen steht die Frage im Raum, was sie möglicherweise alles auf dem „Kerbholz“ haben. Wir räumen offen ein, dass auch in unserem Club bei der Entwicklung von Matchpoint zunächst solche Vorbehalte geäußert wurden.
Bei den Begegnungen der vergangenen Monate haben wir die integrative Kraft unseres Vorhabens erfahren und vorallem das tiefe Interesse der jungen Leute, in ihren Neigungen und Fähigkeiten gesehen zu werden und entsprechende Berufsausbildung zu finden. Es ist nötig und beglückend, die die „auf der anderen Seites des Netzes“ stehen, nicht durch Bewertungen auf Abstand zu halten, sondern sie zu Mitspielern zu machen. Insofern sind wir als Rotarierinnen und Rotarier solche, die den jungen Leuten helfen, Grenzen zu überschreiten, ihnen Türen zu öffnen, sie in Unsicherheiten ermutigen und zugleich ehrliche Rückmeldung geben. In diesem Zusammenspiel erleben die Jugendlichen ein Mentoring, das ihnen bisher nicht zuteil wurde. Rotarierinnen und Rotarier verstehen sich auf das Spiel des Lebens und trainieren die Jugendlichen, dass diese in der Lage sind, sich auf einen gelingenden Aufschlag ins Leben zu konzentrieren.
Agebot: Wir bieten der Zielgruppe hinsichtlich ihrer Probleme … um zu erreichen dass …:
Persönliche Zuwendung ist die Quelle von Motivation. Der Begriff ‚Motivation‘ deutet auf ein Erleben hin, nämlich Begeisterung zu teilen und sich darin verbunden zu fühlen. Das Mentoring-Modell öffnet den Raum dafür. Das Projekt basiert darüber hinaus auf einem fachlich begründeten Phasenmodell.
Die Mentorin und der Mentor gibt außerdem den Jugendlichen Anteil an seiner Art, das Leben zu gestalten. Es mangelt an Vorbildern und Rückhalt sowie Ermutigung für den eigenen Weg sowie einem Lernen am Modell. Genau hier kann das Mentoring-Modell ansetzen. Durch die Kontakte und gemeinsamen Aktivitäten eröffnet der Mentor dem Jugendlichen im wörtlichen Sinne neue Welten außerhalb seines Ursprungsmilieu. Vor allem schafft er Denk- und Trainingsanstöße, um Stärken auszubauen und mit Hilfe von Disziplin, Durchhaltevermögen und einem motivierenden Ziel ins Erwachsenenleben zu starten. Rotary zeigt auch in diesem Projekt seine ‚intermediären‘ Kompetenz: Wir verbinden zum Wohl von Menschen Lebensbereiche.
Öffentlichkeitsarbeit – Marketing: Die Zielgruppe wurde adressiert durch…:
Ein Clubmitglied hat angeregt, den Kontakt mit der INNtegrativ GgmbH herzustellen. Diese hat sehr offen reagiert, sich und mögliche Ideen dem Club vorgestellt, woraufhin ein gemeinsames Konzept erstellt wurde.
Da die INN-tegrativ gGmbH an verschiedenen Standorten in Niedersachsen tätig ist, könnten auch andere Rotary Clubs auf dem Feld des Berufsdienstes mit dieser Einrichtung kooperieren. Wir sind gern bereit, über unsere Erfahrung anderen rotarischen Freundinnen und Freunden zu berichten und Verbindungen zu knüpfen.
Schlüsselpersonen: Wen benötigt man personell und mit welchen Qualifikationen und Eigenschaften um das Angebot durchführen zu können?:
Von Seiten der Rotarierinnen und Rotarier ist die Bereitschaft elementar, in unmittelbaren Kontakt mit Jugendlichen in dieser entscheidenen Phase ihres Lebens zu gehen. Es ist ein „hand-on-Projekt“ nicht für nur andere, sondern mit anderen. „Matchpoint“ ist insofern im Ansatz integrativ: ein gemischtes Doppel, dass sich aus den Jugendlichen, Rotariern und dem Fachpersonal von INN-tegrativ bildet. Es ist ein Glücksfall, dass die Kooperation mit dem Berufsförderungswerk in Niedersachsen in diesem Vorhaben möglich ist. Hier ist große Kompetenz in der Begleitung der Jugendlichen, in der Berufsorientierung und in der Vermittlung und Durchführung von Ausbildung. Fachliche Impulse und Supervision unterstützen und begleiten das Projekt. So haben wir ein differenziertes Bild der Situation eines jeden Jugendlichen gewonnen: Seine Stärken und Fähigkeiten, seine Vorstellungen über den beruflichen Weg.
Kostenstruktur: Kostenvolumen Einnahmen durch…. Ausgaben durch …. evtl. Spenden generiert durch …:
Die Generierung von Finanzmitteln für das Projekt ist ein nachgeordnetes Thema. Es fallen lediglich überschaubare Bewirtungskosten an: Für Präsenzveranstaltungen ca. 200 €, Betreuungsaufwand (Eintrittsgelder, Fahrtkosten, sonstiger Aufwand) ca. 1000 €, Coaching/Supervision ca. 700 €. Die Kosten werden von Spendengeldern aus dem RC Braunschweig Oker oder den teilnehmenden Mentoren beglichen.
Veranstaltungsort: Schule am Ausbildungsstandort selbst Lernen am anderen Ort (in einem spezifischen Projektraum z.B. Co-Working-Space …):
Es hat sich bewährt, insbesondere in der Startphase des Projektes, mit den Jugendlichen Aktionen zu unternehmen: z.B. Wanderungen, sportliche Aktivitäten, Kochen, Weihnachtsmarktbesuch etc.
Zeitaufwand: Vorbereitung Durchführung Nachbereitung:
Ca. 12 Stunden für die Zusammenführung von Mentoren und Jugendlichen; in der Mentoringphase variierende Individualkontakte, 1 Stunde Supervision pro Monat, fachliche Impulse 1 Stunde pro Quartal
Teilnehmerzahl:
5-7 Jugendliche und 5-7 Mentoren; der RC BS Oker ist ein junger Club und hat zurzeit 23 Mitglieder
Evtl. Zusammenfassung Bewertungsergebnisse der Teilnehmer:
Die Rückmeldungen zu den bisher stattgefundenen Treffen sind auf beiden Seiten sehr positiv.